Haupinhalt

Die Schulsozialarbeit Emmen bringt effektive Entlastung trotz knapper Ressourcen

28. März 2025
Wenn es einem Schüler oder einer Schülerin nicht gut geht, dann belastet das häufig das ganze System – sowohl die Schule als auch die Familie. Hier setzt die Schulsozialarbeit an.

Leo* besucht die 4. Klasse und ist in der Schule häufig aggressiv, er kann seine Wut kaum kontrollieren. Immer wieder hat er im Klassenzimmer Wutausbrüche. Leo gelingt es nicht, seine Verhaltensziele, die er mit der Lehrperson und seinen Eltern abgemacht hat, umzusetzen. Im Gespräch mit der Schulsozialarbeiterin kann sich Leo öffnen und erzählt, dass die anderen Kinder ihn schon seit der 2. Klasse ausgrenzen und beleidigen. Leo braucht Unterstützung und Schutz, das Mobbing muss gestoppt werden.

Mohamed* besucht die 7. Klasse und meldet sich selbstständig über sein Handy beim Schulsozialarbeiter. Seine Eltern haben ihn motiviert, sich Hilfe zu holen, nachdem er im Whatsapp Chat bedroht und beschimpft wurde. Der Schulsozialarbeiter hört Mohamed zu und sucht mit ihm gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten. Dabei werden die entsprechenden Mitschüler und Eltern in die Lösung und Verantwortung miteinbezogen.

Claudia* besucht die 5. Klasse und weint häufig, wenn sie schlechte Noten bekommt. Sie vertraut der Schulsozialarbeiterin und berichtet, dass es ihren Eltern wichtig ist, dass sie gute Noten für den Übertritt in die Oberstufe schreibt. Wenn die Noten sehr schlecht sind erlebt sie manchmal auch Gewalt. Im Rahmen der Gespräche kann die Schulsozialarbeiterin Claudia darin bestärken, gemeinsam mit den Eltern nach anderen Lösungswegen zu suchen, wie sie bei schlechten Noten reagieren und Claudia auf eine positive Art und Weise zeigen können, dass ihre Zukunft ihnen wichtig ist.

«Die gestiegenen gesellschaftlichen Herausforderungen, einschliesslich der Digitalisierung, des Leistungsdrucks und zunehmender Individualisierung haben signifikante Auswirkungen auf das Angebot der Schulsozialarbeit.»

Neutrale Unterstützungsstelle
Drei Beispiele aus dem Alltag der Schulsozialarbeit Emmen, die als neutrale Vertrauensperson für persönliche Anliegen oder zur Unterstützung bei zwischenmenschlichen Herausforderung im Schulhaus vor Ort ist. Die Schulsozialarbeit gehört zu den Schuldiensten Emmen und ist damit eine unabhängige und neutrale Stelle, um persönliche und soziale Problemstellungen gemeinsam zu lösen oder bei Bedarf an weitere Fachstellen zu vermitteln.

Die Schulsozialarbeit hat zum Ziel, eine gesunde Entwicklung der Lernenden zu fördern sowie an einer nachhaltigen Schulentwicklung mitzuwirken, sodass ein positiver Umgang mit Diversität gefördert werden kann. Dies erreicht sie in Form von verschiedenen Tätigkeitsfeldern: Beratung, Früherkennung, Prävention, Krisenintervention und der Erkennung und Abwendung von Kindeswohlgefährdungen. 

Die gestiegenen gesellschaftlichen Herausforderungen, einschliesslich der Digitalisierung, des Leistungsdrucks und zunehmender Individualisierung haben signifikante Auswirkungen auf das Angebot der Schulsozialarbeit. Um die Lernenden in einer sich schnell verändernden Welt bestmöglich zu unterstützen, geben die Mitarbeitenden der Schulsozialarbeit täglich ihr Bestes die vorhandenen, knappen Ressourcen möglichst effizient zu nutzen und sorgfältig Prioritäten zu setzen, da es nicht immer möglich ist, allen Bedürfnissen vor Ort gerecht zu werden. Weitere Infos finden sich unter volksschule-emmen.ch.


*Namen geändert

Zwei Frauen in einer Besprechung.
Von Beratung über Früherkennung hin zu Prävention und Krisenintervention: Die Schulsozialarbeit fördert eine gesunde Entwicklung der Schülerinnen und Schüler und wirkt mit an einer nachhaltigen Schulentwicklung. (Bild: zvg)